Förderung Sanierung Kitzelbachbrücke Wilser Weg in der Ortschaft Schochwitz, Ortsteil Wils
Nach Maßgabe der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Umsetzung sowie über die Verfahrensgrundsätze von LEADER in Sachsen-Anhalt (Richtlinie LEADER 2023-2027), auf Grundlage der §§ 23 und 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) und dem gestellten Antrag wird eine Zuwendung in Höhe bis zu 130.682,94€ bewilligt.
Erläuterung:
Die Brücke über den Kitzelbach gehört zur unbefestigten kommunalen Anliegerstraße -Wilser Weg-, der bis zur notwendigen Vollsperrung des Brückenbauwerks den OT Schochwitz mit den OT Wils als Weg für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, PKW, Fußgänger und Radfahrer verbunden hatte und in Zukunft diesen ausschließlich als Fuß- und Radweg verbinden soll.
Für die Entscheidungsfindung möglicher Instandsetzungsvarianten zur Wiederherstellung der Funktion der Brücke als Europa-Fernwanderweg wurde die turnusmäßige notwendige Hauptuntersuchung Anfang 2015 durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben und die Standsicherheit erheblich beeinträchtigt ist.
Im Oktober 2021 erfolgte nach 5 Jahren wieder eine Brückenhauptprüfung. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Brücke für jegliche Nutzung zu sperren ist und zwingend saniert werden sollte, bevor weitere und größere Schäden entstehen und sie abgerissen bzw. kostenintensiv neu gebaut werden müsste. Aktuelle Fördermöglichkeiten wurden eruiert.
Zu Fuß oder mit dem Fahrrad müsste ohne die Brücke „Wilser Weg“ ein Umweg von mehr als 1,75 km in Kauf genommen werden. Die einzig mögliche alternative Umleitungsstrecke führt entlang einer stark frequentierenden Landesstraße (L 156) und Kreisstraße (K 2128) außerhalb der geschlossenen Ortschaft und ohne Geh- bzw. Radweg.
Der Weg inklusive des Brückenbauwerkes ist ein bedeutsamer Rad- und Wanderweg. Er ist Bestandteil des überregionalen Europa-Fernwanderweges E11 sowie des regionalbedeutsamen Laweke Wanderweges. Des Weiteren wird über den Wilser Weg und den dort verlaufenden Streckenabschnitt des E11 die Nord- und Südroute des Lutherwanderweges miteinander verbunden.
Der Fernwanderweg E11 ist von überregionaler Bedeutung, er verläuft von den Niederlanden aus über Deutschland, Polen, Litauen und Lettland bis nach Estland und ist somit von zentraler Rolle für das Fernwandernetz in Europa. Regional gesehen bildet der Fernwanderweg E11 eine zentrale Vernetzungsstruktur zwischen den Landkreisen Mansfeld-Südharz, Saalekreis, der Kreisfreien Stadt Halle/Saale und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Brücke im Bereich des „Wilser Weges“ bildet somit ein essentielles Vernetzungselement für diesen Wander- und Radweg und soll aus diesem Grund dringend saniert und für den Wander- und Radtourismus wieder freigegeben werden.
Der Lutherwanderweg verbindet auf einer Länge von 400 km die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg. Die Nordroute des Wanderweges (nationale Route und regionale Route) verläuft durch die Ortslage Schochwitz vorbei an dem Wilser Weg weiter in Richtung Räther und Höhnstedt. Über den Wilser Weg und den dort verlaufenden Europafernwanderweg wird die Nord- und die Südroute des Pilgerweges miteinander verbunden und stellt somit ein essentielles Verbindungselement zwischen den beiden Routen dar.
Des Weiteren verläuft der Laweke Wanderweg über den Wilser Weg und das darin enthaltene Brückenbauwerk. Der Laweke Wanderweg ist ein regionalbedeutsamer Wanderweg, welcher die Landkreis Mansfeld-Südharz und Saalekreis entlang der Laweke miteinander vernetzt. Es handelt sich um einen Wanderweg von ca. 16 km Länge, welcher die Ortschaften Hedersleben, Dederstedt, Elbitz Schochwitz, Wils, Müllerdorf und Zappendorf entlang des wunderschönen Laweketals miteinander verbindet.
Der Wilser Weg dient zudem nicht nur der überregionalen Erholungsvorsorge im Rahmen des Wander- und Radtourismuses, sondern auch der örtlichen Naherholung der Bürger der Ortschaften Wils, Schochwitz und Gorsleben. Dieses Wegenetz dient den Bürgern zur Nah- und Feierabenderholung zu Fuß oder mit dem Rad, sowie für den Sport im Freien durch ortsansässigen Sportvereine zu Trainingszwecken und von Bürgern als Walking- oder Joggingstrecke.
Der Weg und die darin enthaltene Brücke eignen sich für diese Zwecke sehr gut, da der „Wilser Weg“ durch seine kaum vorhandene Auslastung als Anliegerstraße nur äußerst selten von Kraftfahrzeugen befahren wird.
Des Weiteren dient dieser Rad- und Fußweg, für welchen das Brückenbauwerk ein elementares Verbindungelement darstellt, eine wichtige Rolle für das Naturerlebnis innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Laweketal“.
Denn durch dieses vernetzende Wegeelement erhält man die Möglichkeit eine Radwanderung oder eine Wanderung zu Fuß mitten durch das Landschaftsschutzgebiet zu erleben.
Mit der Sanierung der Brücke „Wilser Weg“ steigt die Attraktivität der Nutzung des Fahrrades innerhalb der Gemeinde Salzatal und stellt eine alternative zur Nutzung des Autos innerhalb der Gemeinde und der angrenzenden Gemeinden dar.
Zudem dient es dem Bürger als Erholung in der Natur und sportliche Betätigung in der Freizeit. Die Sanierung und Wiederherstellung der Durchgängigkeit für den Rad- und Fußgängerverkehr führt zu einer Steigerung der Attraktivität der emissionsfreien Fortbewegung innerhalb des Gemeindegebietes und darüber hinaus.
Die Brücke „Wilser Weg“ ist ein ortsbildprägendes Element, welches den historischen Charakter der Ortslage Schochwitz mit seinem Schloss, den alten Mühlen (Koltermühle und Volkmars Mühle) sowie dem Mausoleum (Totenhäuschen) unterstreicht. Die mehr als 100 Jahre alte Gewölbebrücke aus Naturstein schmiegt sich optisch perfekt in die naturbelassene Umgebung des Landschaftsschutzgebiets „Laweketal“ ein und soll als ortsbildprägendes Element in seiner Optik und Beschaffenheit erhalten bleiben.



